Korruption, der Schmerz im Arsch unserer Demokratie

Korruption, der Schmerz im Arsch unserer Demokratie

 

Leseprobe bei

 

Amazon
http://books.google.de/books?id=


THE MONEY FUCKER

Leseprobe bei

Amazon
http://books.google.de/books?id=3

 

 

Harry Heinicken arbeitet als Lobbyist im Weinberg der Demokratie, im Deutschen Bundestag. Er macht das, was eine Vielzahl von Lobbyisten betreibt, er korrumpiert die Abgeordneten. Als bei einer von ihm organisierten Reise einige MdB einem Terroranschlag der spanischen ETA zu Opfer fallen verliert er das Wohlwollen des Bundestagspräsidenten und seinen Job. Nachdem er einige Wahrheiten über seine Arbeit über die Medien in die Öffentlichkeit bringt, geraten er und seine Familie in das Visier russischer Auftragskiller. Die Ereignisse zwingen ihn in der Heimat seiner Frau, Kuba, politisches Asyl zu beantragen.

Er entkommt zahlreichen Mordanschlägen und findet trotzdem die Zeit zu einigen pikanten erotischen Abenteuern. Mit zwei polnischen Studentinnen erlebt er eine Ménage á trois. In einem feinen Pariser Restaurant zelebriert eine französische Abgeordnete, unter dem Schutz einer Tischdecke, ein für Parlamentarierinnen unübliches Ritual.

Auf Kuba spitzen sich die Ereignisse zu. Es kommt zu einem furchtbaren Bombenanschlag.



KORRUPTION: DER SCHMERZ IM ARSCH UNSERER DEMOKRATIE
KORRUPTION: DER SCHMERZ IM ARSCH UNSERER DEMOKRATIE




Leseprobe

 

  1.  Kapitel

 

 

 

 

Es ist zehn Uhr am Morgen. Die Sonne veredelt einen strahlend blauen Himmel und lässt die vom Wind gekräuselten Wellen der Spree silbrig glitzern. Vielkehliger Vogelgesang beglückt das Ohr der glücklichen Privilegierten, die in dieser Stunde den grünen Strand der Spree genießen dürfen. Harry Heineken sitzt entspannt in seinem bequemen Korbsessel. Der gehört zu einem Ensemble von fünf weiteren Sesseln, die sich um einen herrlich gedeckten Frühstückstisch reihen. Lachs, Kaviar und Austern sind durch kostbar ziselierte, silberne Tellerclochen gegen die Hitze der Sonne geschützt. Er erwartet wichtigen Besuch, und das ist der Grund, warum sich die Tafel unter Delikatessen biegt. Der Tisch ist durch einen großen, weißen Sonnenschirm abgeschattet.

 

Harry lebt seit einigen Jahren wieder in Berlin. Genauer gesagt in Köpenick, direkt am grünen Strand der Spree, in einer herrlichen, komfortablen Jugendstilvilla. Sein Alter ist schwer zu schätzen. Sein Pass verrät, dass er auf die Fünfzig zugeht. Sein sonnengebräuntes Gesicht und die Dynamik seiner Bewegung lassen ihn etwas jünger erscheinen. Das Haar hat einige weiße Strähnen, sie wirken so, als hätte sie die geschickte Hand eines Friseurs gesetzt. Das gute Leben und viele Geschäftsessen zwingen ihn, einen ständigen Kampf gegen einen Bauchansatz zu führen. Das Leben hatte einige harte Prüfungen für ihn bereitgehalten, trotzdem schaut er aus seinen blauen Augen überwiegend optimistisch und gelassen in die Welt. Einige Falten prägen sein Gesicht und lassen erahnen, dass er ein intensives Leben lebt und gelebt hat.

 

Seine Lebensumstände, und die herrliche Wohnlage haben ihn mit der Tatsache, wieder in Deutschland leben zu müssen, versöhnt. Es war ihm nämlich sehr schwer gefallen, die Insel  der Glücklichen, Mallorca, zu verlassen und in den häufig sehr kalten Alttag Berlins zurückzukehren. Seiner Lebensgefährtin Mireisy und seinem sechsjährigen Sohn war es besonders schwer gefallen. Irrtümlich hatte es sie nach Ostberlin verschlagen. Harry hatte bedauerlicherweise Tierpark mit Tiergarten verwechselt, so fanden sie sich plötzlich in einer Plattenbauwohnung am Erieseering wieder.

 

Harrys Lebensgefährtin Mireisy hatte es nicht leicht. Als farbige Kubanerin erfuhr sie die ganze Ablehnung, die man von schlichten Gemütern – im Osten gibt es viel Ausländerhass, aber wenig Ausländer – erfahren kann.

 

Mireisy hatte in Spanien als Mannequin und Model gearbeitet. Sie war erfolgreich und häufig auf den Titelseiten von ¡Hola!, La Semana und anderen Journalen zu sehen. Mireisy ist groß und schlank und hat die Ausstrahlung einer exotischen Blume. Sie hat langes, schwarzes Haar, welches ihr ihre Mutter vererbt hat. Ihr Gesicht vereint die Vorzüge und Schönheitsmerkmale ihrer afrikanischen und europäischen Vorfahren. Sie ist extravagant, temperamentvoll und ungeduldig. Eigentlich wollten sie baldmöglichst nach Westberlin umziehen. Harry hatte das alte Westberlin in sehr guter Erinnerung. Er hatte, bevor er nach Spanien ging, am Ku'damm gewohnt und ein gastfreies Haus geführt. Er hatte sich immer am wohlsten gefüllt, wenn er internationale Gäste hatte. Spanier, Griechen, Italiener und Nord- und Südamerikaner gaben sich die Klinke in die Hand. Besonders gerne erinnerte sich Harry an seine jüdischen Freunde, mit denen er geschäftlich eng verbunden war. Er sprach gerne scherzhaft, auch heute noch, vom „freien Teil der Stadt“. Dem kleinen Humberto zur Liebe blieben sie trotz Mireisys Problemen in Ostberlin. Ein weiterer Umzug hätte für Humberto neuerlich ein schwieriges Eingewöhnen in ein anderes Umfeld bedeutet.

 

„Harry, du bist Deutscher, in Spanien waren wir beide doch Ausländer und hatten überhaupt keine Schwierigkeiten. Hier in Berlin kann ich kaum in den Supermarkt gehen, ohne angemacht oder sogar angepöbelt zu werden. Das Mindeste ist, dass den Leuten die Augen aus dem Kopf fallen. Woran liegt das?“

 

„Ich weiß es nicht, mein Schatz. Ich habe früher in West-Berlin am Ku'damm gewohnt und in meinem Bekannten- und Freundeskreis war es völlig normal, mit andersfarbigen Menschen gesellschaftlichen Umgang zu haben. Ostberlin und die DDR haben jahrelang unter einer Glocke gelebt. Die Leute hier hatten kaum Kontakte zu Ausländern. Vielleicht normalisiert sich das, wenn die Menschen durch Urlaubsreisen das Ausland kennenlernen. Leider ist es aber auch so, dass Rassisten und Nazis wieder aus ihren Löchern hervorkriechen. 1982, als ich nach Spanien ging, hatte sich dieses Geschmeiß noch ruhig verhalten. Zumindest hatte ich den Eindruck, dass so ein Gedankengut in Deutschland keine Zukunft mehr hat. Anfang 1990 habe ich die ersten Deutschen mit Naziparolen auf Mallorca erleben müssen. Ich empfinde es als unerträglich. Wir werden darüber nachdenken, ob wir in Deutschland bleiben. Leider bin ich vorläufig beruflich hier eingebunden.“

 

„Das wird vielleicht besser, wenn wir in unser neues Haus einziehen. Ich habe nur Sorgen, dass Humberto Probleme haben wird, wenn er zur Schule geht“, hatte Mireisy zu Harry gesagt.

Durch einen wohlwollenden Freund hatte er von der Villa an der Spree erfahren. Der Freund, Vorstandsvorsitzender einer Senats-Wohnungsgesellschaft, hatte ihm die Villa gezeigt. Sie war ein Bestandsobjekt der WOGEBE und stand schon lange zum Verkauf. Das Haus war eine Ruine in einem sehr schlechten Zustand. Erschwerend kam hinzu, dass es unter Denkmalschutz stand. Bisher hatte sich kein Käufer gefunden. Für 250.000 DM wurde es Harrys Eigentum. Die Lage war hervorragend, im Bezirk Köpenick, direkt an der Spree gelegen. Die Instandsetzung und die Restaurierung machten eine weitere Investition von 650.000 Mark erforderlich.

 

Aus einer für ihn glücklich verlaufenen, etwas abenteuerlichen Diamanten-Transaktion hatte Harry noch ein millionenschweres Brillanten-Päckchen im Tresor seiner Bank.

 

Durch den Verkauf eines Teils der Brillanten konnte er die Finanzierung, ohne die Hilfe der Banken, sicherstellen. Nach einem Jahr Bauzeit konnten Harry, Mireisy und Humberto in ihr neues Heim einziehen. Es hatte länger als erwartet gedauert. Durch die ständigen Einwände des leicht verwirrten Leiters der unteren Denkmalschutzbehörde hatte es immer wieder Verzögerungen gegeben. Es sollten zum Beispiel Aluminiumbeschläge, die offensichtlich zu DDR-Zeiten nachgerüstet worden waren, beschafft und verwendet werden. Ein völlig unmögliches Unterfangen. Da half nur der direkte Kontakt zum Bürgermeister, um die unmöglichen Forderungen des Herrn Schweinert, so hieß dieser Amtsleiter, auf das Mögliche zu reduzieren.